• eingetragen am: 30.11.2011 um 15:50 Uhr, Alter: 171 Tag(e)
  • eingetragen von: BUK e.V.
  • Gefahren im Straßenverkehr - wir warten nicht bis unseren Kindern etwas passiert

    Bildung durch Bewegung ist das Motto in der Kita Wurzelhaus in Radewell.

    Bewegung durchdringt den gesamten Alltag der Kinder. In der Kita wird geklettert, gehüpft, gerannt, getanzt, balanciert und rückwärts gelaufen. Jüngere und ältere Kinder erobern die Kletterwände, robben über Baumstämme, kriechen über Hügel, rollen durch kleine Gräben. Egal ob mit vollem Körpereinsatz oder durch bedachtes Erforschen der Umwelt – Bewegung ist die elementarste Form, über die sich Kinder ihr Wissen über die Welt verschaffen.

    Wichtig für die Verbindung von Bildung, Wissenserkenntnis und Bewegung ist auch die Erkundung des unmittelbaren Sozialraums. Der Kontakt in die Nachbarschaft wird den Kindern aus der Kita Wurzelhaus allerdings stark erschwert. Direkt vor der Einrichtung verläuft die Regensburger Straße – eine Verbindung zwischen der B91 und der B6 .

    Am Montag, den 28.11.2011 suchte der Verkehrsminister Sachsen-Anhalts Thomas Webel den Ortsteil Radewell auf. Zusammenmit dem Landtagsabgeordneten der CDU Thomas Keindorf sichtete der die Verkehrssituation vor Ort (MZ-Beitrag 29.11.2011). Beide stellten sich den Fragen der aufgebrachten Anwohner. Diese machten ihrem Unmut über das erhöhte Verkehrsaufkommen und die widrigen Sicherheitsvorkehrungen Luft. Auch Eltern und Großeltern der Kita Wurzelhaus waren zu diesem vor Ort Termin gekommen und haben ihr Anliegen vorgetragen:

    Täglich rasen LKW, PKW und Buse in rasanter Geschwindigkeit an der Einrichtung vorbei. Kaum ein Kraftfahrer hält sich hier an die Geschwindigkeit 50km/h in geschlossenen Ortschaften. „Das erhöhte Verkehrsaufkommen ist für die Kinder eine erhebliche Gefahr beim Überqueren der Straße“ erklärte Thomas Rusch, Vorstandsmitglied des BUK e.V. gegenüber dem Verkehrsminister.

    Nach eigenen Zählungen der pädagogischen Fachkräfte vor Ort fahren zu Hauptverkehrszeiten ca. 30 bis 35 Kraftfahrzeuge pro Minute an der Kita vorbei.

    Es grenzt schon fast an ein gefährliches Abenteuer hier mit Kindern im Alter zwischen 12 Monaten und 6 Jahren diese Straße zu überqueren. Die Kinder sind oft traurig und enttäuscht, dass kaum ein Autofahrer die Gefahr erkennt und für die Kinder bremst. Im Gegenteil, schon oft haben sie erlebt, wie die Autofahrer noch im weiten Bogen um die überquerende Kindergruppe herum fahren.

    Dieser Zustand ist in den Augen der Eltern und Erzieher unverantwortlich. Sie fordern von der Stadt konkrete Sicherheitsvorkehrungen. In einem Beitrag des TV-Halle konkretisiert die Pädagogische Leitung des BUK e.V. Mandy Schaaf die Forderungen der Eltern: Ein Fußgängerüberweg, die Reduzierung der Fahrtgeschwindigkeit auf 30km/h und Warnschilder, welche auf die Anwesenheit der Kinder aufmerksam machen, wäre für alle Beteiligten ein erster wichtiger Schritt für mehr Sicherheit der Kinder. Bestenfalls hoffen die Familien und Anwohner auf die Errichtung einer Verkehrsinsel, die insbesondere rasante Autofahrer zur Minderung der Geschwindigkeit zwingt. Doch so lange hier die Unterstützung durch die Stadt Halle ausbleibt werden die Eltern und Pädagogen des Wurzelhauses Eigeninitiative ergreifen. Sie wollen entlang des Grundstückszaunes eigene Hinweisschilder aufstellen. Auch ein selbstgebastelter Blitzlichtkasten soll Raser an dieser Stelle zur Einsicht bringen.